Portrait Gerhard Henking
Gerhard Henking
„..Ein Erlebnis aus jener Zeit, vielleicht aus dem Jahre 1940 oder ’41 hat sich mir auch unauslöschlich eingeprägt. Es fand statt an der Stelle, wo etwa heute der Famila-Kreisel ist. Während des Krieges war es ja strengstens verboten, Beziehungen zu Ausländern aufzunehmen, die als Zwangsarbeiter hier in Deutschland eingesetzt waren. Das war uns ja gesagt, das wären Untermenschen. Wobei ich sagen muss, wir haben bei Ernsting mit diesen so genannten Untermenschen sehr gut zusammengearbeitet. Wir hatten dort Polen, Russen und Franzosen. Und haben sogar manchen Spaß mit denen gehabt. Jedenfalls mussten wir da an die B 6 hin und es waren auch eine Menge Zivilleute da. Wir waren dort als Mitglieder des Jungvolks hinbeordert worden. Und von Lemke her wurde unter Polizeibewachung eine junge Frau hergeführt, der hatte man die Haare abgeschnitten. Sie war eine Deutsche, die sich mit einem Polen eingelassen hatte. Und nun wurde sie unter Polizeibewachung nach Nienburg gebracht. Und unterwegs von den dort am Straßenrand stehenden Menschen bespuckt. Das mussten wir uns mit ansehen. ...“

Siehe auch im Kapitel Kriegsbeginn/Dokumente das Gnadengesuch.
Gerhard Henking

Geb. 18.11.1926 in Erichshagen
Zimmermann-Ausbildung von 1941 bis 1943
Ab 1944 Soldat bis Ende Mai 1945
Nach dem Studium in Nienburg ab 1949
in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung
Bis 1988 in Bremerhaven als Bauamtsrat
Jugendfreund von Willi Möller