Zwangsarbeiter in Nienburg
Die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unterlagen der Meldepflicht. Zuzug und Wegzug wurden dem Landrat angezeigt. Ihre Vermittlung erfolgte über das Arbeitsamt. Dazu musste eine Arbeitskarte ausgefüllt werden, die mit den Finerabdrücken und einem Foto versehen war. Die Karteikarte unten zeigt eine sowjetische Zwangsarbeiterin, die seit dem 1. März 1944 bei einer Nienburger Firma arbeiten musste.
Quelle: Stadtarchiv Nienburg, "Ausländer-Meldekartei"

An den Folgen von Unterernährung und Entkräftung, Seuchen und Mißhandlungen starben tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. In den Registern der Standesämter wird vermerkt: "Plötzlicher Herztod, Lungentuberkulose, Herzmuskelschwäche". In Nienburg findet man einige Gräber auf dem jüdischen Friedhof. Elf sowjetische Büger wurden dort bestattet.
Meldekartei Auf dem Ehrenfeld des städtischen Friedhofes an der Bollmannstraße fanden siebzehn Menschen aus der Sowjetunion ihre letzte Ruhe. Vierzehn von ihnen sind namentlich bekannt, darunter eine junge Frau und drei Kinder im Alter von vierzehn Tagen bzw. zwei und drei Jahren. In Langendamm und Erichshagen verstorbene Sowjetbürger wurden zunächst dort beerdigt, später ab nach Linsburg umgebettet.
Quelle: Patricia Berger/Frank Thomas Gatter/Hans Klusmann-Burmeister: In fremder Erde namenlos begraben - Das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Nienburg 1941 bis 1945