Der Krieg rückt näher - Bahnhof und Weserbrücke zerstört
Kurz nach der „Machtergreifung“ wählten die Nienburger noch mehrheitlich die SPD, während die Landkreisbevölkerung der NSDAP zur Mehrheit verholfen hatte. Seit dem 4. April 1934 war der ehemalige Polizeihauptmann und Parteigenosse Wilhelm Beims Bürgermeister der Stadt. Er unterstand direkt dem Kreisleiter, der seinerseits dem Gauleiter untergeordnet war. Die Kreisleitung der NSDAP war in der Parkstraße 4 untergebracht. Das geht aus dem Adressbuch des Jahres 1939 hervor.

Bis zum Kriegsbeginn fanden fast wöchentlich große Aufmärsche - meist auf dem Schlossplatz – statt. Nachdem immer mehr junge Männer eingezogen wurden, kam das öffentliche Leben fast zum Stillstand. Der Schulbetrieb lief nur noch stundenweise. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene arbeiteten in Firmen, Fabriken und in der Landwirtschaft. Dienstverpflichtete Frauen und ausländische Zwangsarbeiterinnen hielten den Betrieb in der Langendammer Lufthauptmunitionsfabrik (Muna) aufrecht.
Ab 1943 nahmen die Überflüge britischer und amerikanischer Verbände zu. Immer öfter zeichnete sich am Himmel ein Lichtschein ab, der aus dem brennenden Hannover herüberkam. Im Februar wurden mehrere Häuser an der Verdener Straße zerstört. Bei einem Bombenangriff am 4. Februar 1945 auf das Kriegsgefangenenlager an der Ziegelkampstraße starben 97 Menschen, zumeist französische Offiziere. Am 22. März 1945 wurde die Eisenbahnbrücke von den Alliierten zerbombt. In der Nacht zum 1. April 1945 explodierte nach einem Tieffliegerangriff der Nienburger Bahnhof. Am 8. April zerstörten deutsche Truppen beim Rückzug die Weserbrücke.

Die Versorgungssituation wurde erschwert, da in den letzten Kriegsjahren fast täglich Züge mit Evakuierten aus den ausgebombten Großstädten in der Weserstadt eintrafen. Nienburg war in 272 Lebensmittelbezirke eingeteilt. Auf Karte gab es rationierte Lebensmittel. Wer zu Hause ein Schwein oder Huhn schlachtete, bekam das Fleisch angerechnet.
Auf der Illustration ist unter Anderem eine öffentliche Vereidigung auf dem Schloßplatz zu sehen.