Portrait Zeuge
Ilse Gieseking
„...Als ich in der Bank anfing, waren die Konten jüdischer Mitbürger gesperrt. Ich erinnere mich noch an eine Jüdin, Sophie Sara Edelstein, die bei uns ein Konto hatte und im Begriff war auszuwandern. Sie hat es noch geschafft. Sie sprach mich mal auf der Straße an, weil ich etwas für die Bank mitnehmen sollte. Ich hatte riesige Angst, dass mir irgendetwas geschehen würde, weil ich mit einer Jüdin auf der Straße gesprochen hatte. Ich habe dann noch verfolgt, dass diese Jüdin, jüdische Mitbürgerin, Besitzerin des Hauses Lange Straße-Puls war. Sie musste alles verkaufen, auch ihre Wertpapiere, um die „Reichsfluchtsteuer“ bezahlen zu können. Es blieb ihr eigentlich nur das Geld für die Ausreise.....“ llse Gieseking

geb. 6.9.1921 in Nienburg
Von 1928 bis 1936 in der Leintorschule
Ab 1938 Handlungsbevollmächtigte bei der Norddeutschen Kreditbank in Nienburg
Von 1954 bis 1984 bei der Commerzbank Nienburg, zuletzt als Prokuristin