Luise Kunkel
„...Im Saal des Gasthauses Kunkel in Bühren waren Kriegsgefangene untergebracht. Zuerst Polen und später Belgier und ein paar Franzosen, insgesamt etwa 40 bis 50 Mann. Zum Schlafen waren für die Gefangenen innen Doppelstockbetten aufgebaut. Außen, vor dem Eingang, war eine Art Auslauf, der mit einem hohen Stacheldrahtzaun umgeben war, so dass sich die Kriegsgefangenen in ihrer Freizeit draußen aufhalten konnten. Die Wachposten hatten eine leichte Aufgabe, sie machten nur morgens und abends Schließdienst. Es waren meist zwei und sie schliefen im Gasthaus...

...Die Gefangenen bekamen häufig Pakete von zu Hause und auch von Hilfsorganisationen und brachten von den Bauern ab und zu etwas zu Essen mit. Um ihnen Gelegenheit zur Zubereitung von Essen zu geben, wurde ein Herd aufgestellt. Öfter kamen die Gefangenen von hinten in die Küche der Gastwirtschaft und bekamen dann durch die Durchreiche zum Tresen ihr Bier. Offiziell durften sie nicht in die Gastwirtschaft, um sich dort Bier zu kaufen...

...Das Kommando Bühren (96) war zur Arbeit in der Landwirtschaft eingeteilt und zwar in Oyle, Binnen und Bühren. Es war ein gutes Verhältnis zwischen Gefangenen und Bevölkerung. Irgendwann wurden die französischen Gefangenen nach Marklohe verlegt und die Belgier aus Marklohe kamen zu uns. Sie sind bis Kriegsende geblieben...“

Protokoll Hans-Jürgen Sonnenberg, 11.8.2003
Biografie in Vorbereitung