Portrait Heinrich Wiechmann
Heinrich Wiechmann
„..Bei uns im Betrieb – der Schuhmacherei meines Vaters - war ein Pole beschäftigt. Er sprach sehr gut Deutsch, da er schon ein Jahr fast in Deutschland war. Er war auch ein bisschen der „Häuptling“ der Polen hier im Ort. Auf der Nachbarschaft wohnte ein Polizist – ein Herr Krüger aus Wietzen – dieser hatte die Aufgabe, praktisch die Aufsicht über die Polen. Um den Abstand zu wahren, mussten zum Beispiel beim Mittagessen diese Personen an einem anderen Tisch sitzen. Sie durften nicht mit den Deutschen am gleichen Tisch sitzen. Es war üblich so im Dorf, dass dies eingehalten wurde. Sie aßen zwar aus dem gleichen Topf, aber setzten sich nur ein paar Schritte weiter, an einem anderen Tisch. Um eben nicht ins Gerede zu kommen:der Pole ißt mit am Tisch. Oder:Der Gefangene sitzt mit am Tisch. Im Allgemeinen war es so üblich. Und das sagt jeder, im Allgemeinen, war es ein gutes Verhältnis mit den ausländischen Arbeitern...

...Als andere ausländische Arbeiter hatten wir hier in Hassbergen für die Kartoffelernte auch noch Kriegsgefangene Russen aus dem Heemser Lager. Die waren in kleinen Abordnungen hier und wurden mit Wachposten hergebracht. Sie waren froh, wenn sie sich bei den Bauern wieder einmal gut satt essen konnten. Zum Teil hatten sie auch Kartoffeln mit in den Taschen, die sie ins Lager nehmen durften...“
Heinrich Wiechmann

Geb. 5.2.1926 in Haßbergen
Ab 1932 Volksschule in Haßbergen
1944 eingezogen,
bis 1946 in amerikanischer Gefangenschaft
Ausbildung als Schuhmacher, später Meisterprüfung
Bei der Raiffeisen-Volksbank
bis 1989