Briefumschlag
Raoul van Haeren
16.3.1941 Liebe Eltern,
ich habe mich sehr über Eure Briefe vom 8. und 20. Februar gefreut. Ich freue mich, Euch bei bester Gesundheit zu wissen. So geht es mir auch. Ich warte sehnsüchtig auf die Rückkehr, um Euch endlich zu umarmen. Liebe Eltern, hoffen wir, dass es bald so weit sein wird. Mit Mut und Geduld werden wir alles überstehen. Liebe Eltern, ich sende euch einen ganzen Wagon voller Grüße.

9.11.1941 Liebe Eltern, ich habe Euer 5 kg. Paket erhalten. Das freut mich sehr, viele Dank. Ich hoffe, Ihr seid alle gesund. Wie ich es Euch bereits gesagt habe, bin ich in einem anderen Bauernhof. Er ist sehr gut, auch wenn es viel zu tun gibt. Er gehört dem Bürgermeister des Dorfes: großer Bauernhof, 9 Pferde, 40 Kühe, 150 Schafe. Seid nicht besorgt, ich habe noch nie so viel zu essen gehabt, seitdem ich in Gefangenschaft bin. Wir sind jeden Tag 6 Arbeiter, es gibt auch viele Maschinen. Könnt Ihr mir bitte das nächste Mal Fett für die Hände zuschicken und von Zeit zu Zeit Seife, wenn Ihr welche habt.
Seid mutig, hoffentlich sehen wir uns bald.

Quelle: Auszüge aus Kriegsgefangenenpost von Hans-Jürgen Sonneberg, Nienburg, zur Verfügung gestellt.