Portrait Hermann Ziegler
Hermann Ziegler
„...Es hatte sich ja am Stadtbild nach dem Krieg nichts verändert, da es nur unwesentliche Bombenschäden gab. Gefallen waren sehr, sehr viele. Von den Jungen meiner Klasse etwa 80 Prozent. Das hat uns bedrückt. Entnazifizierung gab’s auch. Ich war ja in der Hitlerjugend und wurde mit 18 in die NSDAP übernommen. Am Rathaus musste man dann alte Uniformteile abliefern.
Das Essen war sehr, sehr schlecht. Als ich auf der Hochschule in Hannover war, hat meine Mutter mir ein Kochgeschirr voller Kartoffelsalat und ein paar Scheiben Blutwurst eingepackt. Davon habe ich eine Woche gelebt.
Richtig satt geworden bin ich erst wieder 1948. Da hatte ich meine Dienststelle in Hoysinghausen bei Uchte. Als Lehrer habe ich bei meinen Schülern immer reihum gegessen. Die Bauern strengten sich natürlich an und gaben mir was mit fürs Abendbrot. Da konnte ich sogar meine Eltern mitversorgen.....“
geb. 27.3.1923 in Nienburg

Lehre als Vermessungstechniker
Studium an der Baugewerkschule Nienburg
Abschluss als Bauingenieur
Nach 1945 Studium an der Pädagogischen Hochschule Hannover
Seit 1948 Lehrer
1960 bis 1985 Rektor an der Realschule Langendamm.