Portrait Gerd Rösler
Gerd Rösler
„...Zigaretten gingen am besten. Ich hatte einen englischen Bankdirektor, das war ein Soldat, ein Kapitän, Junggeselle, der brauchte viel Geld, denn der hatte ständig andere Frauen an der Hand. Der hatte zum Glück in Verden in einem Verpflegungslager, der englische Leiter des Verpflegungslagers war sein Freund. Cricket spielten die zusammen. Dort kriegte er jede Menge Zigaretten. Ich hatte manchmal 200-300.000 Zigaretten gehabt.
Am Mahnenkamp haben meine Eltern gewohnt, da war ein gutes Lager, da bin ich in die Erde gegangen mit den Zigaretten, weil nämlich die Beschäftigten bei der englischen Besatzungsmacht häufig in der Nacht von englischen Polizeisoldaten überprüft wurden. Die haben einmal den Mahnenkamp auf den Kopf gestellt, aber die haben nicht eine Zigarette gefunden. Da hatte ich noch 120000 rumliegen. Haben sie nicht gefunden, gottseidank.
Die kriegte ich von dem und dann brauchte ich so lange nicht zur Arbeit zu erscheinen, wenn man sich das heute vorstellt, bis ich die verkloppt hatte. Der wollte 3 Mark haben das Stück und ich habe sie unter 8 Mark nie verkauft.
Ich war bei Mohme, Gasthaus Mohme. Da war Umschlagplatz. Ich konnte ihnen ganz bestimmte Sorten organisieren, das war überhaupt nicht Thema. Schnaps und auch Butter, Kaffee auch kriegte ich von meinem englischen Offizier. - Ja-.
...“
27.2.1926 in Nienburg
Lehre als Bankkaufmann
Personalratsvorsitzender Deutsche Bundesbank
am 11.12.2002 in Nienburg verstorben.